Homo, ein Mensch
Man beachte, dass es im Körper insgesamt 248 Knochen gibt: Sieben am Kopf, vier Paare, acht am Kinnbacken mit seinen 32 Zähnen. Ein Unterkiefer am Kinn mit seinen 16 Zähnen. 24 Wirbel, drei des Beckens, drei des Gesässes. 24 Rippen, acht «zarte» Rippen. Zwei Schulterknochen, zwei untere Knochen, acht Handwurzelknochen. 30 Fingerknochen, zwei Sprunggelenksknochen, zwei Fersenbeine. Zwei Kahnbeine, zehn Fussknochen, 30 Zehenknochen.
Von dem spricht Isidor. Deshalb hat der Herr (wie geschrieben steht) den Menschen auf dem Acker bei Damaskus aus einem Erdklumpen geformt, der seinen Körper bilden sollte. Daher wird der Name Adam auch als «rote Erde» oder «irdisch» ausgelegt. Dieser Körper war nicht aufgrund seiner natürlichen Eigenschaft sterblich, sondern aus der Güte der Gnade, denn seine Unsterblichkeit wurde durch das Essen vom Baum des Lebens aufrechterhalten. Deshalb konnte er nicht sterben, solange er nicht sündigte, denn er wurde durch den Baum des Lebens erhalten. Er konnte aber sterben, sobald er sündigte, denn dann wurde er des Baumes des Lebens beraubt, wie es auch geschehen ist.
Isidor schreibt im 11. Buch der Etymologiae: Corpus, der Leib oder Körper, wird so genannt, weil er hinfällig und zerstörbar vergeht, denn er ist auflösbar und sterblich. Caro aber, das Fleisch, hat seinen Namen von der Schöpfung (creatio). Das Fleisch ist aus den vier Elementen zusammengeformt: Das Erdreich ist im Fleisch, die Luft im Atem, die Feuchtigkeit im Blut und das Feuer in der lebendigen Wärme. Denn die Elemente haben in uns jeweils ihren Anteil, solange der Körper nicht aufgelöst wird.
Vitruv schreibt im 3. Buch über das Bauen: Den Körper des Menschen hat die Natur so gemacht, dass das Gesicht – vom Kinn bis zum obersten Teil der Stirn am Haaransatz – der zehnte Teil der Körpergrösse ist. Ebenso ist die Länge der Hand, vom Handgelenk bis zur Spitze des Mittelfingers, genauso lang. Die Höhe des Gesichts selbst ist in drei Teile geteilt: vom Kinn bis zur Unterseite der Nase; die Nase von den Nasenlöchern bis zur Mitte der Augenbrauen ist ebenso lang; und von deren Ende bis zum Haaransatz erstreckt sich die Stirn. Auch die anderen Glieder haben ihr Mass und ihre Proportionen, welche auch die alten Maler und edlen Bildhauer angewendet und damit grosses Lob erlangt haben.
Die Mitte des Körpers ist natürlicherweise der Nabel. Denn wenn ein Mensch auf dem Rücken liegt, mit ausgestreckten Händen und Füssen, und man die Zirkelspitze auf seinen Nabel setzt und einen Kreis zeichnet, werden die Enden seiner Hände und Füsse berührt. Ebenso findet sich in ihm das viereckige Mass: Wenn man vom untersten Teil der Füsse bis zum höchsten Punkt des Kopfes misst, so wird man genau dieselbe Breite wie Länge finden.
Nach der Lehre des Hippokrates: Der Körper des Menschen wird gemeinhin in drei Teile geteilt: Kopf, Brust und Füsse. Er besteht aber aus vielen Einzelteilen, insbesondere aus Blutadern, Pulsadern (Arterien), Sehnen, Knochen, Knorpel, Fettgewebe und anderen nervlichen Gliedern.
Man beachte, dass es im Körper insgesamt 248 Knochen gibt: Sieben am Kopf, vier Paare (also acht), acht am Kinnbacken mit seinen 32 Zähnen. Ein Unterkiefer (palizwey) am Kinn mit seinen 16 Zähnen. 24 Wirbel (spondelin), drei des Beckens (muoss), drei des Gesässes (ars). 24 Rippen, acht «zarte» Rippen (die unteren Rippenpaare). Zwei Schulterknochen, zwei untere Knochen (inferioris), acht Handwurzelknochen (steck in henden). 30 Fingerknochen, zwei Sprunggelenksknochen (Ancharum), zwei Fersenbeine. Zwei Kahnbeine (schifflins), zehn Fussknochen, 30 Zehenknochen.
Nach der Lehre des Hippokrates: Es sind aber im Körper des Menschen 248 Knochen: sechs im Kopf, acht im Gesicht, zum grösseren Teil 32 Zähne. Die Wirbel des Rückgrats (Spodile) sind 24, zwei Leistenbeine (inguli). Zwei Scheitelbeine, zwei Hüftknochen, zwei Gaumenbeine (gomē), zwei weitere Knochen (Palli). Ein Brustbein, 24 Seitenknochen (Rippen). Vier Armknochen (Elle/Speiche), sieben Handwurzelknochen (Carpon), acht Mittelhandknochen (Metacapon). 30 Fingerknochen, zwei Beckenknochen (muoss). Zwei Hüftknochen, zwei «Gebärwirbel» (Vertebrarum der geberenden). Vier Beinknochen (Schien-/Wadenbein), 70 Sohlenknochen (solen), zwei Fersenbeine, zwei Sprungbeine (Astragali), 30 Zehenknochen etc.
Constantinus schreibt: Die Glieder werden danach unterteilt, wie die Natur jedes für seine eigene Wirkung geschaffen hat. Eine tierische Beseelung oder Atmung muss sein, und ebenso müssen ihnen naturgemäss gleichförmige Werkzeuge zur Verfügung stehen.
Landtiere, 1. Kapitel
