Aranea, eine Spinne
Eine Arznei gegen das Stechen aller Spinnen ist das Hirn eines Kapauns, mit wenig Pfeffer in süssem Wein getrunken. Das Nierenfett eines Lammes, mit Wein getrunken, heilt auch das Stechen der Spinne.
Isidor schreibt im 12. Buch: Aranea ist ein Wurm der Luft, so benannt nach der Nahrung aus der Luft, welche in kurzer Zeit lange Fäden spinnt und allzeit beflissen ist zu weben und zu arbeiten. Und sie erleidet ewiglich Verlust an ihrem Werk, denn oft bricht ihr Gewebe wegen eines kleinen Windes oder Regentropfens, so ist dann all ihre Arbeit verloren.
Avicenna spricht, dass die Aranea ein kleines kriechendes, vielfüssiges Tierchen sei, das sechs oder acht Füsse habe, die immer gerade sind. Und das war notwendig, damit ein Gang allzeit gleichmässig wäre, wie auch die Last, und das ist üblich bei denen, die zwei oder mehr Füsse haben.
Wirkung
Plinius. Wiewohl die Spinne giftig ist, so ist sie doch nicht gar so giftig, denn über lange Zeit wird sie in der Arznei gebraucht.
Dioskurides: Die Spinnweben, die weiss sind und rein, die nicht mit Staub vermischt sind, haben die Kraft, Blut zu stillen und zu heilen. Sie stillen das Blut, und auf Wunden gelegt, behüten sie diese vor Eiter und heilen frische Wunden und bewahren sie vor Geschwulst, welche die Heilung der Wunden verhindert.
Eine Arznei gegen das Stechen aller Spinnen ist das Hirn eines Kapauns [kastrierter Hahn], mit wenig Pfeffer in süssem Wein getrunken. Das Nierenfett eines Lammes, mit Wein getrunken, heilt auch das Stechen der Spinne. Desgleichen tut die Asche der Widderklauen mit Honig.
Zerstossene Mücken daraufgelegt, ziehen das Gift heraus und lindern die Schmerzen. Es gibt auch andere Arzneien, die Plinius und Albertus aufzählen.
Plinius: Die weisse lange Spinne, die kleine Füsse hat, zerstossen und in altes Öl getan, löst das Augapfelgeschwür oder Augenflecken auf.
Landtiere, 11. Kapitel
