Bombyx, ein Seidenwurm
Bombyx heisst so, weil er ganz geleert wird, wenn er die Fäden spinnt, und so bleibt in ihm nur noch Luft.
Isidorus in den Etymologien: Bombyx ist ein Laubwurm, aus dessen Geweben die Baumwolle oder Seide gemacht wird. Er heisst so, weil er ganz geleert wird, wenn er die Fäden spinnt, und so bleibt in ihm nur noch Luft.
Plinius: Bombyces machen Gewebe wie die Spinnen zu Kleidern und der Frauen Hoffahrt, die da Baumwolle oder Seiden heissen. Ein Geschlecht derselben Seidenwürmer ist in Assyrien, die ihre Nester aus Kot machen, mit Salzsteinen, die so hart sind, dass sie nicht wohl mögen durchstochen werden, und die machen mehr Wachs als die Immen [Bienen]. In der Insel Choo [Kos] sagt man, dass auf den Zypressen, Terebinthen, Buchen und Eichenbäumen Blätter oder Blüten und Laub wachse, die von dem Regen abfallen, und auf der Erde werden sie dann lebendig. Zuerst sind sie kleine Würmlein und knopfig, bald werden sie gegen die Kälte voll Haar, und auf den Winter hin machen sie ihnen dicke Röcke oder Haut, mit der Schärfe ihrer Füsse scharren sie die Blätter zu sich heran.
Physiologus: Bombyx ist ein Wurm, der Seidenfaden macht aus seinem Mund, in welchem er sich verbirgt, auf dass er ganz wieder wachse. Und wenn sie alles das ausgeworfen haben, das da kotig, stinkend und schwarz ist in ihrem Leibe, so ist dann sein Körper durchsichtig, wenn man das ansieht gegen die Sonne. Er wird mit Maulbeerlaub gespeist, und wenn er anfängt zu arbeiten, isst es nicht mehr], und macht fleissig seine fröhliche Arbeit. Aber ein kluger weiser Weber umgibt sie mit kleinen Häusern und zieht die safranfarbene Wolle heraus, die weiss wird, wenn man sie wäscht. Und wenn der Bombyx ausgesponnen hat, öffnet man das Häuslein mit Ahlen, und dann geht er heraus als ein Schmetterling. Legt man diesen auf ein Papier, so lässt er sein Geschmeiss oder Samen fallen; das behält man bis in den Frühling. Legt man es dann an die Luft, so wird es wieder lebendig. Der Wurm wird auch Lanificus genannt, um der Seidenwolle willen, die er aus seinen eigenen Gliedern wirket.
Wirkung
Seide gebrannt reinigt die faulen Löcher der Wunden und stärket sie. Wird sie mit Honig gebrannt, so hilft sie gegen die Zahnfäule. Von dem Baum, auf dem diese Würmlein gezogen werden, lies im 89. Kapitel im ersten Teil des Kräuterbuchs im Buchstaben B.
Landtiere, 15. Kapitel
