Lanificus und Limax
Lanificus ist ein langer Wurm, gesprenkelt, und hat viele Füsse; diese sind zum Teil weiss. Er macht die Seidenwolle aus seinem eigenen Eingeweide und wird mit Maulbeerblättern gespeist.
Aus dem Buch der Natur: Lanificus ist ein langer Wurm, gesprenkelt, und hat viele Füsse; diese sind zum Teil weiss. Der macht die Seidenwolle aus seinem eigenen Eingeweide und wird mit Maulbeerblättern gespeist, welche Speise dann durch das Mittel seiner Eingeweide in Wolle verwandelt wird. Darum machen sie aus ihrer Wolle Spindeln [Kokons] und wirken weben kreisweise um sich, und wenn die Spindeln gemacht und vollbracht sind, verschliessen sie sich allenthalben in ihrem Werk.
Danach machen sie ihnen einen Ausgang in dem obersten Teil der Spindeln und gehen hervor; mit wunderlicher Natur scheinen sie ganz verkehrt von ihrer ersten Gestalt, so dass die Würmer, die vorhin krochen mit vielen Füssen, jetzt mit Flügeln geschickt sind zu fliegen. Zuletzt werden sie unkeusch drei Tage; wenn das geschieht, stirbt das Männlein. Aber das Weiblein gebiert viele Eier auf einem untergelegten roten oder weissen Tüchlein, danach stirbt auch sie. So nimmt man das Tüchlein mit den Eiern und legt es weg, da es die Kälte des Winters nicht erträgt. Danach, wenn die Wärme des Frühlingskommt, werden die Eier an die Sonne gelegt und an der Hitze aufgebracht, bis dass sie lebendige Würmlein werden.
Landtiere, 85. Kapitel
