Cameleon [Chamäleon]
Wenn der linke Fuss des Chamäleons in einem Ofen gedörrt wird zusammen mit dem Chamäleon-Kraut, und wenn mit einer Salbe daraus Küchlein gemacht werden, so wird ein Mensch damit unsichtbar.
Solinus sagt: Es ist ein vierfüssiges Tier, sieht aus wie eine Eidechse, hat aber geradere und längere Beine und einen langen Schwanz. Es hat einen trägen Gang wie eine Schnecke und eine raue Haut wie die Krokodile. Seine Augen sind untersichtig, tief und hohl. Sie stehen inwendig im Kopf und sind immer offen.
Wirkung
Plinius: Man sagt, das Camaleon sei als Arznei sehr nützlich. Wenn man seinen Kopf und seine Kehle mit Tannenholz anzündet, dann gibt es Donner und Regen.
Demokrit sagt auch, dass für eine Zauberei seine Leber in einem Tiegel gebrannt werden müsse – aber das ist falsch, wir schreiben es hier nur zum Spott.
Wenn sein rechtes Auge aus dem lebendigen Leib ausgestochen wird, dann heilt es mit Geissmilch die Flecken der Augen. Seine Zunge, als Amulett angehängt, hütet vor Kindbettfieber. Das soll auch Frauen bei der Geburt helfen.
Sein Herz ist gut gegen das Viertagefieber, wenn es in schwarze Wolle der ersten Scherung gebunden wird.
Sein vorderer rechter Fuss in seine Haut gebunden und an den linken Arm gehängt, hilft wider Mörderei und Nachtfurcht. Die rechte Brust hilft gegen Furcht.
Wenn sein linker Fuss in einem Ofen gedörrt wird zusammen mit dem Chamäleon-Kraut, und wenn mit einer Salbe daraus Küchlein gemacht werden, so wird ein Mensch damit unsichtbar. Es ist auch sonst zu vielen Dingen gut.
Landtiere, 28. Kapitel
