Musquelibet und Muscus, ein Bisam-Tier
Wenn der Bisam seine Kraft verliert, erholt er sich im Gestank der Latrinenhäuschen, denn er streitet wider den Gestank, und also vom Kämpfen wird er wieder lebendig.
Isidor: Musquelibet ist ein Tier im Orient in der Grösse eines Rehbocks [Capreolus]. In dessen Eingeweide wächst ein Geschwür [Apostem] von den angesammelten Feuchtigkeiten. Wenn dasselbe reif ist, so zerstosst es das und reibt es an einen Baum, und also geht es auf und läuft der Eiter heraus. Daselbst wird er dann dick und hart. Dasselbe Ding heisst Bisam [Moschus]. Und all sein Fleisch und Kot heisst auch Bisam, aber der ist der allerbeste, der von dem Geschwür kommt. Wenn der Bisam seine Kraft verliert, erholt er sich im Gestank der Latrinenhäuschen, denn er streitet wider den Gestank, und also von dem Kämpfen wird er wieder lebendig.
Wirkung
Isidor: Bisam ist gut für den Schwindel und des Herzens Schwachheit und des Hirns, der Leber und des Magens Schwäche.
Constantinus [Africanus]: Der Bisam dient den Alten im Winter, denn er stärkt die Glieder durch den Geruch und vertreibt die melancholische Furcht und gibt neuen Mut.
Ebenso: Das Niesen von dem Bisam hilft gegen Lähmung und den Schlaganfall.
Ebenso: Bisam tut man in die Salben, Pillen oder Pulver der Augen. Seine Kraft reinigt die Flecken der Augen und trocknet die schädliche Feuchtigkeit.
Dioskurides: Wenn man ihn auf das Haupt streicht, vertreibt er den Schnupfen und gibt neue Kraft.
Die Erblindung, die von überflüssiger Feuchtigkeit kommt, bessert er. Er macht schlafen und reizt die Unkeuschheit.
Den Bisam in einer Salbe wie ein Pflaster auf das Herz gelegt, stärkt dieses und alle Glieder.
Landtiere, 100. Kapitel
